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Beppu: Heisse Quellen und die Höllen von Oita

Beppu: Heisse Quellen und die Höllen von Oita

Japans Hauptstadt der heissen Quellen

Beppu liegt an der Ostküste von Kyushu in der Präfektur Oita und produziert mehr Thermalwasser als fast jede andere Stadt der Welt. Dampf steigt aus Öffnungen in der ganzen Stadtlandschaft auf — aus Hügeln, Parkplätzen und Hinterhöfen von Wohnhäusern — und verleiht dem ganzen Ort eine unwirkliche Atmosphäre. Die Stadt zählt über 2’000 einzelne Thermalquellen und zieht jedes Jahr Millionen von Besuchern an. Anders als typische Onsen-Kurorte hat Beppu den Charakter einer lebendigen Arbeiterstadt. Heisse Quellen sind hier in den Alltag eingewoben: Die Einheimischen nutzen sie zum Baden, Kochen und sogar zum Heizen. Die schiere Vielfalt der Wassertypen — Schwefel, Salz, Eisen, Schlamm und mehr — sorgt dafür, dass sich kein Bad wie das andere anfühlt.

Jigoku Meguri: Die Höllen-Tour

Die beliebteste Attraktion in Beppu ist die Jigoku Meguri, die Höllen-Tour, ein Rundgang durch sieben geothermische Quellen, die viel zu heiss zum Baden sind, aber spektakulär aussehen. Jede “Hölle” hat ihren eigenen Charakter. Umi Jigoku (Meerhölle) besticht durch ein leuchtend kobaltblaues Becken, umgeben von tropischen Pflanzen, die vom Dampf gewärmt werden. Chi no Ike Jigoku (Blutteichhölle) verdankt ihren Namen der tiefroten Farbe ihres eisenhaltigen Wassers. Tatsumaki Jigoku (Geysir-Hölle) ist ein Geysir, der in regelmässigen Abständen ausbricht und kochendes Wasser mehrere Meter in die Luft schleudert. Weitere Höllen umfassen einen blubbernden Schlammpool und einen Teich, in dem Krokodile mithilfe der geothermischen Wärme gezüchtet werden. Ein Kombiticket deckt alle sieben Höllen ab, und der gesamte Rundgang dauert etwa zwei bis drei Stunden. Die Höllen verteilen sich auf die Bezirke Kannawa und Shibaseki, wobei die Mehrheit in Kannawa liegt.

Öffentliche Onsen-Kultur und Sandbäder

Jenseits des Spektakels der Höllen liegt Beppus eigentlicher Reiz in seinen öffentlichen Badehäusern. Dutzende von Nachbarschafts-Onsen, bekannt als Jimosenyu, stehen jedem für eine geringe Gebühr offen, manchmal für nur 100 Yen. Es sind schlichte Einrichtungen — Fliesenböden, einfache Wannen und gemeinschaftliche Umkleidebereiche — aber sie bieten ein authentisches Erlebnis, das Resort-Hotels nicht nachahmen können. Für etwas Besonderes sollte man das Beppu Beach Sand Bath (Shoningahama) besuchen, wo Badegehilfen einen bis zum Hals in natürlich erhitztem Vulkansand eingraben. Eine zehn- bis fünfzehnminütige Sitzung hinterlässt ein Gefühl tiefer Entspannung. Das Sandbaden wird hier seit Generationen praktiziert und soll die Durchblutung fördern.

Dampfkochen und lokale Aromen

Beppus geothermische Energie reicht bis in die Küche. Im Bezirk Kannawa bieten mehrere Lokale Jigoku Mushi an, das Höllen-Dampfgaren, bei dem Speisen in Körben über natürlichen Dampföffnungen gegart werden. Besucher können Sets aus Gemüse, Eiern, Meeresfrüchten und Fleisch kaufen und an gemeinschaftlichen Kochstationen dämpfen — der mineralreiche Dampf verleiht dem Essen eine subtile Tiefe. Onsen Tamago, in Thermalwasser langsam gegarte Eier, werden im ganzen Bezirk verkauft. Die weitere Region Oita ist auch bekannt für ihre Kabosu-Zitrusfrucht, Toriten (Hühnertempura) und frische Meeresfrüchte.

Anreise nach Beppu

Beppu ist gut per Bahn, Flugzeug und Schiff erreichbar. Die JR Nippo-Hauptlinie verbindet Beppu in etwa 90 Minuten mit Kokura (für Shinkansen-Anschlüsse), und der JR Sonic Limited Express verkehrt regelmässig zwischen Beppu und dem Bahnhof Hakata in Fukuoka, wobei die Fahrt etwas über zwei Stunden dauert. Der Flughafen Oita ist etwa 45 Minuten per Bus entfernt, mit Flügen nach Tokyo, Osaka und anderen Grossstädten. Für eine malerische Anreise verbinden Nachtfähren Beppu mit Osaka und Kobe, mit Ankunft am frühen Morgen und Ausblick auf die Seto-Inlandsee. Innerhalb von Beppu decken lokale Busse und das Kamenoi-Bus-Netz die wichtigsten Onsen-Bezirke ab, wobei ein Auto hilfreich ist, um einige der abgelegeneren Badehäuser an den Hügeln oberhalb der Stadt zu erreichen.

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