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Mietwagen in Japan: Ein praktischer Leitfaden

Mietwagen in Japan: Ein praktischer Leitfaden

Wann sich ein Mietwagen lohnt

Japans Bahnnetz ist aussergewöhnlich, aber es erreicht nicht jeden Winkel. Das ländliche Hokkaido, die Noto-Halbinsel, Bergdörfer in Nagano, die verstreuten Kunstinseln der Seto-Inlandsee — diese Orte sind per öffentlichem Verkehr entweder nicht erreichbar oder äusserst umständlich. Ein Mietwagen verwandelt einen Tagesausflug mit drei Umstiegen und langen Wartezeiten in eine unkomplizierte Fahrt mit Stopps unterwegs. Familien mit kleinen Kindern, Fotografen auf der Jagd nach entlegenen Landschaften und alle, die Ausflüge ausserhalb der Grossstädte planen, werden feststellen, dass ein Mietwagen für bestimmte Etappen die Möglichkeiten drastisch erweitert. Innerhalb von Tokyo, Osaka oder Kyoto lohnt sich das Autofahren jedoch selten. Der Verkehr ist dicht, Parken teuer, und Züge sind schneller.

Internationaler Führerschein und Dokumente

Ausländische Besucher, die in Japan fahren wollen, benötigen einen Internationalen Führerschein (IDP) auf Basis des Genfer Abkommens von 1949. Das ist nicht dasselbe wie ein internationaler Führerschein nach anderen Abkommen — Japan verlangt ausdrücklich das Format des Genfer Abkommens. Besorgen Sie diesen beim Automobil-Club Ihres Heimatlandes vor der Abreise. Am Schalter der Autovermietung müssen Sie Ihren IDP, Ihren originalen nationalen Führerschein und Ihren Reisepass vorlegen. Der Schein ist ein Jahr ab dem Datum der Einreise nach Japan gültig. Inhaber von Schweizer, deutschen und französischen Führerscheinen sollten bestätigen, dass ihr IDP dem richtigen Abkommen folgt, da einige europäische Länder Scheine nach dem Wiener Abkommen von 1968 ausstellen, das Japan nicht anerkennt.

Die Mieterfahrung mit Nippon Rent-a-Car

Nippon Rent-a-Car ist eine der grössten und zuverlässigsten Autovermietungen Japans, mit Filialen an grossen Flughäfen und Bahnhöfen im ganzen Land. Der Ablauf ist effizient: Reservierungen können online auf Englisch vorgenommen werden, und das Personal am Schalter spricht in der Regel genug Englisch für den Papierkram. Die Fahrzeuge sind tadellos gewartet und werden makellos sauber zurückgegeben — dasselbe wird auch von Ihnen erwartet. Die meisten Mietverträge beinhalten eine Grundversicherung, aber der Abschluss des optionalen Vollkaskoschutz wird dringend empfohlen, da er Ihre Haftung im Schadensfall auf null reduziert. Kompaktwagen sind die praktischste Wahl für Japans schmale Strassen, und die meisten sind mit GPS-Navigation ausgestattet, die auf Englisch umgeschaltet werden kann.

Linksverkehr und Verkehrsregeln

Japan fährt auf der linken Strassenseite, was für Fahrer, die an Rechtsverkehr gewöhnt sind, eine Umstellung erfordert. Die häufigsten Fehler betreffen das Abbiegen in die falsche Spur an Kreuzungen und die falsche Einschätzung des Raumgefühls auf engen Strassen. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden streng durchgesetzt: 40 km/h in städtischen Gebieten, 60 km/h auf Nationalstrassen und 80-100 km/h auf Schnellstrassen. Kameras sind weit verbreitet, und die Bussen sind empfindlich. Japanische Fahrer sind bemerkenswert diszipliniert und höflich — aggressives Fahren ist äusserst selten, und Sie werden schnell bemerken, dass die Hupe fast nie benutzt wird. Sicherheitsgurte sind für alle Insassen Pflicht, und die Benutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt wird mit hohen Strafen geahndet.

Mautstrassen und das ETC-System

Japans Schnellstrassennetz ist umfangreich, aber teuer. Eine Fahrt von Tokyo nach Kyoto auf der Tomei-Schnellstrasse kostet etwa 8’000 bis 10’000 Yen an Mautgebühren. Das ETC-System (Electronic Toll Collection) verwendet eine Karte und ein Lesegerät im Auto, um die Maut automatisch abzubuchen, wenn Sie durch die Schranken in den dafür vorgesehenen Spuren fahren. Die meisten Mietwagen sind mit ETC-Lesegeräten ausgestattet, und Sie können eine ETC-Karte bei der Autovermietung mieten. Die Nutzung von ETC ist nicht nur bequemer als an jedem Mauththäuschen bar zu bezahlen — sie berechtigt auch zu erheblichen Rabatten, besonders bei Fahrten am Wochenende und an Feiertagen. Fragen Sie nach der ETC-Karte bei der Fahrzeugübernahme.

Tankstellen und Parkplätze

Tankstellen in Japan bieten oft Vollservice, mit Tankwarten, die den Tank füllen, die Windschutzscheibe reinigen und die Zahlung abwickeln. Selbstbedienungstankstellen gibt es, sind aber in ländlichen Gebieten weniger verbreitet. Normalbenzin ist durch die Farbe Rot gekennzeichnet, und fast alle Mietwagen fahren mit Normalbenzin. Parken in Städten erfordert Geduld und Planung. Münzparkplätze sind allgegenwärtig — eine Metallplatte sperrt Ihren Reifen, und Sie bezahlen an einem Automaten bei der Rückkehr. Die Preise variieren enorm: Ländliche Gebiete berechnen vielleicht 100 Yen pro Stunde, während Parkplätze im Zentrum Tokyos 1’500 Yen pro Stunde übersteigen können. Hotels und Ryokan in ländlichen Gebieten bieten in der Regel kostenloses Parken, was Übernachtungen ausserhalb der Städte für Autofahrer wesentlich wirtschaftlicher macht.

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